Finanzen-News 13.01.2011

Transparenz

Was bringen Beipackzettel für Finanzprodukte?

Vor Abschluss eines Vertrages nach einer Anlageberatung, soll bald ein Produktinformationsblatt ausgehändigt werden. Dies soll die Transparenz erhöhen, um missverstände vorzeitig aufzuklären. Es wird aber kein Standard geben, deshalb bleibt abzuwarten, wie informativ diese Beipackzettel werden.

Hannover (red) - "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen…". Was bei Medikamenten jedem Bundesbürger schon seit langem geläufig ist, soll ab Frühjahr 2011 auch bei der Anlageberatung gelten: "Alle privaten Bankkunden sollen dann zu dem empfohlenen Anlageprodukt ein so genanntes Produktinformationsblatt erhalten, mit dem sie geeignete Produkte leichter erkennen und auch besser miteinander vergleichen können", sagt Andreas Gernt, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Tipps zum Umgang mit neuen Produktinformationsblättern

Bereits 2009 hatte das Bundesministerium für Ernährung und Verbraucherschutz versucht, die Banken auf freiwilliger Basis zur Einführung eines Produktinformationsblattes zu bewegen. Nachdem dieser Versuch gescheitert ist, soll eine gesetzliche Regelung für mehr Transparenz bei Finanzprodukten sorgen. In dem Gesetzentwurf ist vorgesehen, dass künftig jeder private Verbraucher im Falle einer Anlageberatung rechtzeitig vor Vertragsabschluss ein leicht verständliches Informationsblatt zu dem Anlageprodukt erhalten soll.

"Da es trotz der vorgesehenen gesetzlichen Neuregelung kein einheitliches Produktinformationsblatt geben wird, bleibt noch abzuwarten, wie die Anbieter die neuen Beipackzettel gestalten werden und ob tatsächlich Transparenz verbessert werden", sagt Andreas Gernt. Verbraucher sollten sich daher nicht scheuen, unverständliche Informationsblätter zur weiteren Marktüberwachung in Kopie an die Verbraucherzentrale zu schicken.

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