Finanzen-News 21.12.2010
Restbestände
Thüringen: Über eine Million D-Mark in Euro getauscht
In der Thüringer Bundesbank wurden auch dieses Jahr wieder große Mengen an alten D-Mark abgegeben. In Erfurt und Meiningen ergab sich zusammen eine Summe von über einer Million Mark. Restbestände an D-Mark-Münzen und -Scheinen können weiterhin zum Kurs von 2002 umgetauscht werden.
Erfurt (dapd/red) - "Allein in den vergangenen Wochen kamen vier Leute zu mir, um jeweils einen DM-Pfennig in einen Euro-Cent umzutauschen", sagt der Erfurter Filialleiter der Bundesbank, Josef Hellmuth. Der günstige Wechselkurs von eins zu eins gilt indes nur für den Umtausch eines einzelnen Pfennigs, darüber hinaus werden die Währungen regulär verrechnet.
Die Filiale Erfurt registrierte bis Ende November rund 2.100 sogenannte DM-Euro-Tauschgeschäfte. Zusammen beliefen sie sich auf nahezu 670.000 D-Mark. Im gleichen Zeitraum wurden in Meiningen knapp 1.250 Vorgänge mit rund 390.000 D-Mark verzeichnet. Beide Banken zusammen erhielten somit eine Gesamtsumme von über einer Million D-Mark.
D-Mark werden bei Umzügen und Wohnungsauflösungen entdeckt
Entdeckt wird das Geld den Angaben zufolge meist bei Umzügen, Aufräumaktionen oder Wohnungsauflösungen nach Todesfällen. "Mittlerweile sind dabei jedoch hohe Beträge ab 10.000 DM oder mehr eher selten", sagt Filialleiter Hellmuth. In der Regel bewegten sich die Funde in der Größenordnung zwischen 20 und 300 D-Mark. Von ihrem Wert haben die alten Scheine und Münzen auch knapp neun Jahre nach der Euro-Einführung zum 1. Januar 2002 nichts eingebüßt. Zum gleichen Kurs wie damals (1,95583 DM für einen Euro) können Restbestände in allen Filialen der Bundesbank kostenlos und zeitlich unbefristet umgetauscht werden.
Noch 13,5 Millionen D-Mark stehen aus
Von insgesamt gut 162 Milliarden, die gegen Ende 2001 in Deutschland und vielen anderen Staaten in Umlauf waren, fehlen noch knapp 13,5 Milliarden. "Die D-Mark war eine räumlich recht weitverbreitete Währung, vor allem in Südeuropa", erläutert Kristin Gruner-Ziegler von der Bundesbank-Hauptverwaltung in Leipzig. Es sei aber auch davon auszugehen, dass viele letztmalige Besitzer von Hart- und Papiergeld die jeweiligen Beträge unauffindbar verloren hätten: "Wir wissen, es wird nie alles zurückkommen", sagt Gruner-Ziegler.
Münzsammler horten begehrte Scheine und Münzen
Das allerdings liegt zum Teil auch an Münzsammlern. In dieser Szene sind manche Scheine und Geldstücke, insbesondere aus der Frühzeit der D-Mark, hochbegehrte Objekte. Klassiker sind Prägungen von 50-Pfennig-Stücken mit der Jahreszahl 1950, dem Buchstaben G und der Aufschrift "Bank deutscher Länder". Sie werden mittlerweile für einige Hundert Euro gehandelt. Auch einige Banknoten aus DDR-Zeiten stoßen in Sammlerkreisen durchaus noch auf Interesse. Offiziell aber bringt diese Währung überhaupt nichts mehr ein. Im Gegensatz zur D-Mark ist für sie kein Umtausch gegen Euro möglich.
© 2000-2012 Gelon.de