Finanzen-News 26.10.2011

Unwillen

Sparkurs bei Deutscher Bank und Postbank weckt Streikwillen

Einsparungen bei den Personalkosten scheinen bei der Deutschen Bank und ihrer Tochter der Postbank beschlossene Sache zu sein. Im Gespräch ist eine Kostensenkung um immerhin 30 Prozent. Die Beschäftigten beider Banken sind von der Ankündigung verständlicherweise nicht begeistert und bereiten nun einen Streik vor.

Rüsselsheim (dapd). Auf einer Betriebsversammlung mit rund 800 Mitarbeitern aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland erklärte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Dienstag in Rüsselsheim: "Wir bereiten den Arbeitskampf vor." Die Deutsche Bank will unter anderem Betriebsteile auslagern. "Wehret den Anfängen", sagte Bsirske in Rüsselsheim.

Streik noch in diesem Jahr denkbar

Ver.di sieht in den Ankündigungen der Deutschen Bank "eine Blaupause auch für andere Geschäftsfelder". Was jetzt 1.500 Mitarbeitern drohe, könnte künftig alle treffen, sagte Bsirske. Der Kölner Betriebsratsvorsitzende des Postbank-Filialvertriebs, Willi Brandt, berichtete in Rüsselsheim, die Solidarität unter den Beschäftigten sei hoch. Streiks seien noch dieses Jahr möglich. Die Deutsche Bank und ver.di treffen am 3. November wieder zu Verhandlungen zusammen.

Über 1.000 Angestellte von Einsparungen betroffen

Im Sommer hatte die Deutsche Bank mitgeteilt, in den ausgelagerten Unternehmensteilen die Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 42 Stunden erhöhen zu wollen, Jobs zu streichen und Zuschläge wegfallen zu lassen. Mit weiteren Einsparungen will das Unternehmen die Personalkosten in den neuen Gesellschaften um 30 Prozent senken. Als ersten Schritt will die Deutsche Bank das Kreditgeschäft und die Call-Center ihrer Tochter in neue Gesellschaften überführen. Betroffen sind 1.500 der insgesamt rund 22.000 Postbank-Beschäftigten in Deutschland.

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