Finanzen-News 24.01.2011
Kritik
Sparkassen und Volksbanken gegen Registrierungspflicht für Bankberater
Sparkassen und Volksbanken haben sich erneut gegen die geplante Registrierungspflicht für Bankberater ausgesprochen. Die rund 300.000 Kundenberater in der Kreditwirtschaft bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu registrieren und zu kontrollieren sei "praxisfern, wenig effizient und ohne erkennbaren Nutzen für die BaFin", meinen die Spitzenverbände der beiden Institutsgruppen.
Berlin (dapd/red) - Als Alternative regen sie an, einen Vertriebsbeauftragten pro Bank bei der BaFin registrieren zu lassen, der verantwortlich für die Ausgestaltung der Vertriebsvorgaben des jeweiligen Instituts sei.
Die Verbände forderten auch, die Anbieter nach einheitlichen Maßstäben zu beaufsichtigten. "Wir halten es nicht für gerechtfertigt, wenn jeder Berater eines Kreditinstituts bei der BaFin kostenaufwendig registriert werden muss und möglichen Sanktionen ausgesetzt wird, während dies für Versicherungs- und Finanzvermittler nach der Gewerbeordnung nicht vorgesehen ist", sagte Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV).
Die Registrierung aller Bankberater gehe zudem weit über europäische Vorgaben und über die Praxis in anderen kontinentaleuropäischen Ländern hinaus, klagte die beiden Verbände. Auch in den jüngsten Vorschlägen der EU-Kommission fänden sich keine entsprechenden Überlegungen.
Den Verbänden zufolge wird das Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz derzeit im Finanzausschuss des Bundestages behandelt und solle bis Ende Januar 2011 im Parlament beschlossen werden.
© 2000-2012 Gelon.de