Finanzen-News 08.04.2011
Stresstest
Sparkassen kritisieren Banken-Stresstests
Die Sparkassen haben die Banken-Stresstests kritisiert. Diese sendeten "völlig falsche Signale an die Märkte", erklärte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Donnerstag in Berlin. Die gewünschte Vergleichbarkeit der Ergebnisse sei nicht gegeben.
Berlin (dapd/red) - Das liege an der Auslegbarkeit der Kennziffern und offensichtlich ungleicher Voraussetzungen beim Kernkapital. "Die europäische Aufsichtsbehörde misst mit unterschiedlichem Maß", sagte DSGV-Vorstandsmitglied Karl-Peter Schackmann-Fallis. Für die Banken gebe es keine genauen Festlegungen für die Berechnung von Ausfallwahrscheinlichkeiten bei Krediten. Es sei nicht einsichtig, dass die Institute insbesondere die von der Europäischen Zentralbank (EZB) mit hoch detaillierten Modellen abgeleiteten und für alle gültigen Zahlen nicht verwenden dürften. Gleichzeitig müssten die Schätzungen der Banken aber den genauen Vorstellungen der Aufseher entsprechen. "Hier wird der Willkür Tür und Tor geöffnet", sagte Schackmann-Fallis.
Als unverständlich bezeichnete der Vorstand das Vorhaben, Stille Einlagen nicht zum Kernkapital zu zählen, obwohl diese Finanzmittel nach geltender Rechtslage zum Kernkapital zählten. Dass umgekehrt Stille Einlagen, die als Staatshilfen in der Krise an angeschlagene Banken geflossen seien, dem Kernkapital zugerechnet würden, sei gänzlich unverständlich. "Es entsteht der Eindruck, dass schlechte Schüler durchgeschleift werden und die guten sitzenbleiben sollen", sagte Schackmann-Fallis.
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