Finanzen-News 19.07.2010

Für ländliche Regionen

Sparkasse: Rollende Bank erfreut sich großer Beliebtheit

Im Weimarer Land werden ländliche Regionen mit der sogenannten rollenden Bankfiliale der Sparkasse versorgt. Bis zu 60 Kunden pro Dorf nutzen fahrbahre Geschäftsstelle. Gerade von ältere Menschen, die kein Online Banking nutzen, wird diese rollende Filliale gern genutzt.

Oßmannstedt (ddp). Steffen Tillacks Sparkassenfiliale hat alles, was eine Geschäftsstelle braucht: eine Geldzählmaschine, einen Computer, genug Bargeld und Formulare für die Kunden sowie einen kleinen Vorraum mit zwei gemütlichen Sesseln. Doch Tillacks Filiale unterscheidet sich von gewöhnlichen Banken: Sie ist in einem Lastwagen untergebracht und kann so im Weimarer Land von Dorf zu Dorf fahren.

Von Montag bis Freitag ist Tillack mit dem Fahrzeug der Sparkasse Mittelthüringen in 15 verschiedenen Orten unterwegs, zahlt Geld aus und berät seine meist älteren Kunden. Zu Spitzenzeiten kommen bis zu 60 Personen pro Ortschaft zum Lastwagen. Tillack sitzt hinter einer schusssicheren Panzerglasscheibe und tippt Daten in seinen Laptop ein. Über eine Antenne ist die Filiale direkt mit der Zentrale verbunden - nur einen Kontoauszugsdrucker oder einen Geldautomaten gibt es hier nicht. Dafür ist das Verhältnis zu den Kunden um so enger: "Viele Kunden kenne ich sehr gut, hin und wieder werden hier auch ganz persönliche Probleme besprochen", sagt Tillack.

Rollende Bankfiliale erfreut sich großer Beliebtheit

Genutzt wird das Angebot für den ländlichen Raum vor allem von älteren Menschen. Für sie sind die Wege zu den nächsten Filialen oft zu weit und Online-Banking ist für die meisten von ihnen keine Option. Der Marktbereichsleiter für Weimar und das Weimarer Land der Sparkasse Mittelthüringen, Torsten Betz, erklärt: "Unsere mobile Geschäftsstelle hat sich bewährt, das Angebot wird vor allem von älteren Kunden stark genutzt." Wo sich feste Dienststellen nicht lohnten, sei die mobile Bank eine gute Lösung. "Wir haben immer wieder Anfragen aus Dörfern, die wir noch nicht anfahren", sagt Betz. Insgesamt würden von zwei fahrbaren Dienststellen 37 Orte bedient.

So sicher wie eine normale Filiale

Auch die Raiffeisenbank Gotha hat seit Jahren eine fahrbare Filiale. "Damit bedienen wir über 1000 Kunden - weil alle immer älter werden, passt unser Service gut in die Zeit", sagt Bankvorstand Heiko Wasserthal. 250.000 Euro habe der Wagen gekostet, aber die Investition zahle sich für die Bank aus. Für die nötige Sicherheit sei ebenfalls gesorgt: "Die Bankstelle ist so sicher wie eine ganz normale Filiale", sagt Wasserthal. Dafür sorgten in den meisten mobilen Banken unter anderem Überwachungskameras, Panzerglas und mehrfach verriegelte Türen. Von einem sicheren Arbeitsplatz geht auch Steffen Tillack aus, dem in seiner fünfjährigen Dienstzeit als mobiler Mitarbeiter "zum Glück noch nichts passiert" ist.

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