Finanzen-News 07.02.2011

Nur 13 Mitarbeiter

So ist der Euro-Schirm organisiert

Die Organisation des Euro-Rettungsschirmes ist extrem schlank. Nur 13 Personen arbeiten direkt für ihn in der Avenue du Président Kennedy auf dem Kirchberg in Luxemburg, ganz in der Nähe des Flughafens.

Berlin (dapd/red) - Chef ist der Deutsche Klaus Regling, einst Generaldirektor für Wirtschaft und Finanzen bei der EU-Kommission in Brüssel. Sein Stellvertreter ist ein Franzose, Christophe Frankel, zuletzt Leiter Finanzmärkte bei der französischen Hypothekenbank Crédit Foncier. Verwaltungshilfe erhält der Schirm von der Europäischen Investitionsbank EIB in Luxemburg.

In den vergangenen Monaten ging der Schirm auf Präsentationstour an den wichtigen Finanzplätzen der Welt, um bei Pensionsfonds und Notenbanken für den Kauf seiner Anleihen zu werben. Die Fahrt ging nach Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm, Oslo, Zürich, Singapur, Tokio, Peking, Abu Dhabi, London, Paris, Frankfurt/Main, Washington, Boston und New York.

In diesem Jahr sind drei größere Kreditaufnahmen geplant, jeweils in der Höhe von 3 bis 5 Milliarden Euro. Die technische Durchführung liegt dabei auch in deutscher Hand, nämlich bei der Schuldenagentur des Bundes in Frankfurt. Insgesamt will der Schirm an Irland 2011 und 2012 Kredite über 17,7 Milliarden Euro geben.

Für die erste Anleihe von fünf Milliarden Euro Ende Januar musste der Schirm nur 2,89 Prozent Zinsen zahlen. Von Irland wird er etwa fünf Prozent verlangen. Das heißt, wenn Irland die Zinsen zahlt und nicht ausfällt, wird der Schirm Gewinne machen, die irgendwann den Haushalten der Garantieländer zugutekommen. Die japanische Zentralbank hat allein 20 Prozent der ersten Anleihe gekauft, insgesamt kamen 37 Prozent des Geldes aus Asien.

Gleichzeitig muss der Schirm aber mehr Geld aufnehmen, als er an Irland weitergibt, denn um die höchste Bonität zu erhalten, hält er Reserven. Er garantiert nicht nur die Kreditsumme, sondern auch die Zinszahlungen. So gehen von den fünf Milliarden Euro nur rund 3,5 Milliarden Euro an Irland. Der Rest wird angelegt in Anleihen jener sechs Euro-Staaten, die die höchste Bewertung haben. Das sind Deutschland und seine Nachbarn Österreich, Niederlande, Luxemburg und Frankreich sowie Finnland.

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