Finanzen-News 28.09.2011

Neuberechnung

Schuldenstatistik Deutschland: Pro Kopf fast 25.000 Euro

Der Staat hat jeden Einwohner Deutschlands eine Schuldenlast von fast 25.000 Euro aufgehalst. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Der öffentliche Gesamthaushalt hatte demnach Ende 2010 im nicht-öffentlichen Bereich Schulden in Höhe von 2,036 Billionen Euro.

Wiesbaden (dapd/red) - Größter Schuldner war der Bund mit 16.048 Euro pro Kopf der Bevölkerung. Die Behörde wies darauf hin, dass die Schuldenstatistik komplett überarbeitet worden sei. Deshalb seien die Ergebnisse nur eingeschränkt mit denen des Jahres zuvor vergleichbar.

So wurde jetzt gerechnet

Erstmals wurden die Schulden der gesetzlichen Sozialversicherung, einschließlich der Bundesagentur für Arbeit, sowie aller Extrahaushalte einbezogen. Außerdem wurde die Gläubigerstruktur geändert: Jetzt werden ausschließlich Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich betrachtet und hier alle Wertpapierschulden sowie die Kredite und Kassenkredite berücksichtigt. Bislang zählten auch Kredite bei öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen mit.

Der Bund allein brachte es auf eine Schuldenaufnahme von 25,5 Prozent. Verantwortlich dafür war dem Statistischen Bundesamt zufolge vor allem die Verlagerung von Risikopapieren der Hypo Real Estate in ihre staatliche "Bad Bank", die FMS Wertmanagement beigetragen. Bei den Ländern stieg der Schuldenstand um 13 und bei den Kommunen um 1,9 Prozent. Die Verschuldung der gesetzlichen Sozialversicherung sank dagegen um 4,9 Prozent.

Nordrhein-Westfalen mit stärkstem Schuldenanstieg

Im Ländervergleich haben die Schulden Nordrhein-Westfalens am stärksten zugenommen, nämlich um 41,1 Prozent. Mit 12,3 und 11,1 Prozent meldete die Behörde auch für das Saarland und Hessen hohe Anstiege. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern kamen dagegen mit weniger Schulden aus.

Der Bund der Steuerzahler merkte an, mit der neuen Statistik sei die Situation zwar weder besser noch schlechter geworden, aber deutlich transparenter. Für das laufende Jahr sagte der Verband voraus, dass der Schuldenstand um 49,1 Milliarden Euro steigt, wesentlich weniger als mit 71,9 Milliarden erwartet.

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