Finanzen-News 02.07.2010

Lehre aus Finanzkrise

Sachsen will Stuktur der Sparkassen verändern

Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise will der Freistaat Sachsen nun offenbar Veränderungen an der Struktur der Sparkassen im Land vornehmen. Einem Bericht der "Dresdner Neuesten Nachrichten" zufolge sollen per Gesetz u.a. die Betätigungsmöglichkeiten der Sparkassen stark eingeschränkt werden.

Dresden (ddp-lsc/red) - Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte auf ddp-Anfrage am Freitag in Dresden, dass es darum gehe, Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen, um künftigen Fehlentwicklungen vorzubeugen. Deshalb werde derzeit in seinem Haus über Änderungen im Sparkassengesetz diskutiert. Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass noch in diesem Jahr ein entsprechender Gesetzentwurf vorgelegt werde.

Wie die Zeitung schreibt, soll in dem neuen Sparkassengesetz zwar ausdrücklich die Betätigung auch im ländlichen Raum als Aufgabe festgeschrieben werden. Gleichzeitig denke der Freistaat darüber nach, die Geschäfte der Sparkassen auf deren Verbreitungsgebiet zu beschränken. Nur noch im Umfang von zehn Prozent der Bilanzsumme solle es Aktivitäten außerhalb der jeweiligen Städte und Landkreise geben.

Das betreffe sowohl das Anlegen von Geld als auch das Einnehmen von Kundenmitteln. Damit solle dem möglichen Streben nach Gewinnmaximierung mit Hilfe weltweiter Geldanlagen begegnet werden. Unklar sei aber, wie sich das beispielsweise auf die Risikostreuung der Institute oder die Renditemöglichkeiten für Kunden auswirke.

Außerdem arbeite das Land an gravierenden Veränderungen bei den Verwaltungsräten, den Kontrollgremien der Sparkassen. Sie sollen den Angaben zufolge professioneller werden und weniger politischem Einfluss ausgesetzt sein. Künftig könnten Verwaltungsräte statt mehr als ein Dutzend nur noch sechs Mitglieder haben.

© 2000-2012 Gelon.de

szmtag