Finanzen-News 01.02.2011
Gewinn-Einbruck
Postbank-Übernahme zwingt Deutsche Bank in die Knie
Die Deutsche Bank hat im vierten Quartal des vergangenen Jahres überraschend weniger verdient als erwartet. Unter dem Strich stehe nach vorläufigen Zahlen ein Ergebnis von rund 600 Millionen Euro, nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, teilte das Frankfurter Institut am Montagabend mit.
Frankfurt/Main (dapd-hes/red) - Analysten hatten im Schnitt mit einem Konzernüberschuss von 804 Millionen Euro gerechnet. Vor Steuern erwartet Deutschlands größte Bank im Jahresvergleich einen Gewinnrückgang von 756 Millionen Euro auf rund 700 Millionen Euro. Grund für die Einbußen sind deutlich gestiegene Kosten, bedingt durch den Konzernumbau und die Übernahme der Postbank Ende 2010 sowie der Privatbank Sal. Oppenheim.
Die Erträge sind nach den vorläufigen Berechnungen von 5,5 Milliarden Euro im vierten Quartal 2009 auf rund 7,4 Milliarden Euro gestiegen. Diese Mehreinnahmen wurden aber von den deutlich höheren Kosten aufgezehrt. So legten die zinsunabhängigen Aufwendungen aufgrund der Konsolidierung der Postbank sowie übernahmespezifischer Kosten und beschleunigter Investitionen in die Neuausrichtung der Bank auf rund 6,3 Milliarden Euro zu. Zwischen Oktober und Ende Dezember hatten sie noch bei 4,2 Milliarden Euro gelegen.
Vollständige Postbank-Übernahme bis 2012
Die Deutsche Bank kaufte im vergangenen Jahr mit beiden Übernahmen Massengeschäft dazu, aber auch Exklusivität. An der Post-Tochter Postbank halten die Frankfurter nun mit 52 Prozent die Mehrheit. Bis Frühjahr 2012 müssen sie nach bestehenden Verträgen zudem der Rest der Anteile von der Deutschen Post übernehmen. Der Zukauf der durch Finanzmarktkrise und eigene Fehler ins Schleudern geratenen altehrwürdigen Privatbank Sal. Oppenheim soll das Kreditinstitut im Geschäft mit vermögenden Privatkunden stärken.
Die endgültigen Zahlen für das vierte Quartal wie auch das Gesamtjahr 2010 will die Deutsche Bank am 3. Februar vorlegen.
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