Finanzen-News 17.06.2011

Baufinanzierung

Mit günstiger Anschlussfinanzierung Zinsen sparen

Von Inflation und steigenden Leitzinsen wird auch die Anschlussfinanzierung von Baudarlehen künftig nicht verschont bleiben. Doch der Kunde muss dies nicht tatenlos über sich ergehen lassen. Die ING-DiBa gibt einige Empfehlungen.

Frankfurt (red) - Steigende Leitzinsen, zunehmende Inflationssorgen – vieles spricht dafür, dass auch die Preise bei Darlehen für die Baufinanzierung in nächster Zeit weiter steigen könnten. Wie die Direktbank ING-DiBa erläutert, trifft ein solcher Zinsanstieg nicht nur Bauherren und Käufer, die neu in das Wohneigentum einsteigen, sondern auch viele, die bereits vor etlichen Jahren die eigenen vier Wände finanziert haben.

Stichwort: Anschlussfinanzierung

Denn immer dann, wenn beim Darlehen die laufende Zinsfestschreibung endet, werden im Rahmen der Anschlussfinanzierung die Karten neu gemischt. Neben dem Risiko steigender Zinsen bringt das aber auch neue Möglichkeiten: Der Bankkunde kann sich sowohl den derzeit günstigsten Anbieter suchen als auch die Rahmenbedingungen neu festlegen. Bei gestiegenem Einkommen könnten jetzt zum Beispiel die Tilgungsraten erhöht oder kostenfreie Sondertilgungen vereinbart werden.

Bequemlichkeit kann sich als teuer erweisen

Die bequemste Art der Anschlussfinanzierung besteht allerdings darin, das Verlängerungsangebot der bisher finanzierenden Bank abzuwarten und dieses sofort zu akzeptieren. Diese Bequemlichkeit kann den Bauherrn, laut ING-DiBa, aber oft teuer zu stehen kommen. Wird doch ein kritischer Konditionenvergleich auch bei der Anschlussfinanzierung schnell mit einer vierstelligen Zinsersparnis belohnt. Schließlich liegt zwischen preiswerten und teuren Baudarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung aktuell eine Spanne von rund einem Prozentpunkt.

Beispielrechnung

Derzeit bewegen sich die Effektivzins-Angebote zwischen 3,8 und 4,9 Prozent (Stand 24.05.2011, Quelle FMH-Finanzberatung). Selbst wenn das neue Finanzierungsangebot nur um 0,5 Prozentpunkte günstiger ist als die Offerte der Hausbank, spart der Immobilienbesitzer satte Euro-Beträge, wie das folgende Beispiel belegt.

Im Beispiel beträgt die Höhe des Anschlussdarlehens 150.000 Euro. Davon sollen anfänglich drei Prozent pro Jahr getilgt werden. Die Hausbank verlangt für das Anschlussdarlehen einen festen Sollzins von 4,5 Prozent p.a., ein anderes Institut dagegen nur einen festen Sollzins von glatten 4 Prozent. In beiden Fällen zahlt der Kunde eine monatliche Rate von 937,50 Euro. Das bedeutet: Beim günstigeren Angebot fließt der Sollzins-Vorteil von 0,5 Prozentpunkten zusätzlich in die Tilgung – es werden also anfänglich 3,5 Prozent pro Jahr getilgt statt 3,0 Prozent. Der Bauherr hat nach zehn Jahren nur noch Schulden in Höhe von 85.578 Euro statt 93.301 Euro, wie dies beim teuren Finanzierungsangebot der Fall wäre. Die mit einem Wechsel verbundenen Kosten von meist wenigen hundert Euro fallen da kaum ins Gewicht.

Was der Bauherr zum einen beachten sollte ...

Beim Konditionen-Check gilt es, ein paar Besonderheiten zu beachten. So informieren viele Banken ihre Kunden oft erst relativ spät darüber, zu welchen Konditionen sie das Baudarlehen verlängern wollen. Immobilienbesitzer sollten deshalb schon frühzeitig aktiv werden und sich selbst um die Anschlussfinanzierung kümmern. Die Faustregel: Spätestens vier Monate vor dem Ende der Zinsbindung sollten bei mehreren Geldinstituten Angebote mit identischen Bedingungen (Darlehenssumme, Zinsbindungsdauer und Tilgungsrate) eingeholt werden.

... und zum anderen

Möchte der Kunde hingegen bei seinem bisherigen Geldhaus bleiben, rät die ING-DiBa, zumindest darauf zu bestehen, die gleichen Konditionen wie ein Neufinanzierer zu bekommen. Noch besser ist es, einen zusätzlichen Zinsnachlass auszuhandeln. Schließlich geht der Geldgeber mit der Anschlussfinanzierung regelmäßig ein wesentlich geringeres Risiko ein als im Neugeschäft. Denn der Kunde hat bereits über Jahre hinweg bewiesen, dass er seine Zins- und Tilgungszahlungen pünktlich erbringt.

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