Finanzen-News 22.09.2010

Banken

Kunden werden im Beratungsgespräch schlecht informiert

Banken verkaufen am liebsten ihre eigenen Produkte und sind auf Provisionen aus. Für den Kunden bedeutet das oft: Er bekommt ein Produkt, das vielleicht gar nicht das beste für ihn ist.

Berlin (dapd/red) - Banken verkaufen gerne - und am allerliebsten die eigenen Produkte. Der Kunde erfährt deshalb im Beratungsgespräch manchmal gar nicht, dass es außerhalb der Bank andere Produkte gibt - die deutlich besser geeignet und vor allem deutlich rentabler sind. Bei Stichproben zeigt sich immer wieder, dass oft die deutlich schlechteren Hausprodukte auf den Tisch kommen - Alternativen gibt es nur auf Nachfrage.

Beispiel Baufinanzierung

Statt herkömmlicher Annuitätendarlehen soll der Immobilienkäufer lieber Bausparsofortdarlehen abschließen, Cap-Darlehen, Fremdwährungsdarlehen oder Kapitalversicherungen, die in die Baufinanzierung integriert werden. Meist sind diese Modelle für die Kunden Unsinn, weil sie mit den Alternativfinanzierungen draufzahlen. Auch die Gefährlichkeit mancher Modelle wird von den Verkäufern schlicht beiseite gewischt - wohl wissend, dass die Bank ein Pfandrecht an der Immobilie hat, sie also nicht die Leidtragende ist, wenn die Finanzierung schief geht. Hier gilt: Augen auf und jedes Modell noch einmal gegenrechnen lassen.

Fondsanteile lieber an der Börse kaufen

Bei der Bankberatung für Anleger gilt ebenfalls: Vor der Entscheidung sollte immer die Recherche stehen, ob das gewünschte Anlageziel nicht günstiger und besser zu erreichen ist. Wenn die potenziellen Anleger Fondsanteile kaufen wollen, rät man ihnen in aller Regel zum Kauf beim Fondsanbieter - kein Wunder, denn der zahlt den Banken satte Provisionen. An der Börse können Anleger die gleichen Fondsanteile fast immer deutlich günstiger kaufen. Die meisten Berater verschweigen die Option, denn dann verdienen sie deutlich weniger Geld an den Transaktionen.

© 2000-2012 Gelon.de

szmtag