Finanzen-News 23.12.2010
Bezahlen im Urlaub
Kreditkarte, Reisescheck & Co. - Was in die Reisekasse gehört
Die Auswahl an Zahlungsmitteln für die Reisekasse ist groß. Dabei sollte man sich nie auf eine einzige Möglichkeit verlassen. Denn geht eine Karte verloren oder ist defekt, sitzt der Urlauber auf dem Trockenen. Was in die Reisekasse gehört und worauf man sonst noch achten sollte - Tipps von der Postbank.
Bonn (red) - Am besten ist grundsätzlich immer ein Mix aus Zahlungsmitteln, und das nicht nur, weil eine Karte verloren gehen oder defekt sein kann. Je nach Reiseziel ist es auch möglich, dass bestimmte Zahlungsmittel nicht akzeptiert werden oder aus anderen Gründen nicht genutzt werden können. Einen kleinen Grundstock an Bargeld sollte man auf jeden Fall mitnehmen, falls nicht sofort ein Geldautomat verfügbar ist.
Welches Zahlungsmittel für welches Urlaubsziel?
In Europa, besonders im Euro-Gebiet, gestaltet sich die finanzielle Reisevorbereitung recht problemlos. Eine Mischung aus Bankkarte und Kreditkarte genügt in der Regel, genau wie in Deutschland. Wer ein Postbank Giro extra plus-Konto sein eigen nennt, kann sich innerhalb der EU sogar mit der Kreditkarte am Geldautomaten kostenlos mit Bargeld versorgen. Die V PAY-Karte wird seit 2009 von einigen deutschen Banken ausgegeben. Sie bietet ein besonders sicheres Chip- & PIN-Verfahren und soll das Bezahlen in Europa weiter vereinheitlichen.
Bei Fernreisen ist dagegen etwas mehr Vorbereitung nötig. Informationen über Wechselkurse und Ein- und Ausfuhrbestimmungen von Bargeld sollte jeder Reisende rechtzeitig vor Reiseantritt einholen. Neben einem kleinen Handbestand an Bargeld und der Kreditkarte sind je nach Reiseziel auch Reiseschecks sinnvoll. Mit der Postbank SparCard sind zehn Abhebungen in Landeswährung am VISA Plus-Geldautomaten pro Jahr entgeltfrei. Weltweit stehen über 1,7 Millionen SparCard-fähige Geldautomaten zur Verfügung. Damit ist diese Karte eine gute Ergänzung; zahlen kann man mit ihr jedoch nicht.
Geld tauschen und abheben
Vorsicht geboten ist beim Währungstausch außerhalb der Euro-Zone. Vor allem um Geldwechsler sollten Reisende einen großen Bogen machen. Selten kennt man das fremde Geld so gut, dass man Fälschungen erkennen würde. Der Tausch in Hotels und offiziellen Wechselstuben ist in der Regel sicher, dafür aber teurer. Restgeld geben Urlauber am besten noch im Reiseland aus. Banken an Flughäfen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen tauschen nur zum Schalterkurs plus zusätzlicher Gebühr.
Sicherer und günstiger ist das Geldabheben am Automaten. Das gilt vor allem für gut erschlossene touristische Gebiete. Handelt es sich um ein exotisches Reiseziel, ist die Vorinformation zu Hause Pflicht. Viele Kartenanbieter, wie VISA oder MasterCard nennen die Standorte von Geldautomaten im Internet.
Bei einer Abhebung am Geldautomaten zahlen Kunden der Postbank jetzt im Ausland ein einheitliches Entgelt (ein Prozent, mind. 5,99 Euro). Postbank-Kunden profitieren bei der Bargeldversorgung im Ausland von der Kooperation mit der Deutschen Bank. Wie viel Geld der Urlauber pro Abhebung im Ausland erhält und ob eventuell eine zusätzliche Gebühr verlangt wird, hängt vom Betreiber des lokalen Geldautomaten ab.
Reiseschecks: Die sichere Variante
Das große Plus von Reiseschecks ist ihre Sicherheit. Direkt beim Erwerb unterschreibt der Urlauber die Schecks. Gegen eine zweite Unterschrift vor den Augen des Empfängers kann er sie im Urlaubsland eintauschen. Gehen die Reiseschecks verloren oder werden sie gestohlen, erhalten Urlauber in der Regel innerhalb von 24 Stunden kostenlos Ersatz. Kauft der Urlauber Reiseschecks in einer Fremdwährung, kann er sie nach der Reise zum aktuellen Tageskurs gegen eine Provisionsgebühr bei Banken oder Wechselstuben zurücktauschen oder zur Gutschrift auf sein Konto einreichen. Da sie unbegrenzt gültig sind, kann man sie auch bis zum nächsten Urlaub aufbewahren.
Im Notfall hilft Western Union
Manchmal muss Geld ganz schnell über die Grenze - zum Beispiel bei Verlust der Reisekasse oder als Barzahlung für den Ferien-Arzt. Western Union ist für diese Fälle der einfachste und schnellste Weg. Mit Hilfe von Western Union ist die Bargeldübermittlung an mehr als 435.000 Auszahlungsstellen in 200 Urlaubsländer weltweit innerhalb von Minuten möglich. Das Geld wird in Deutschland in einer Filiale der Postbank oder der Deutschen Post bar ein- und im Ausland bar ausgezahlt. Praktisch, wenn jemand zum Beispiel im Urlaub schnell finanzielle Unterstützung benötigt oder für Menschen, die Familienangehörigen im Ausland helfen möchten. Postbank Kunden können sich auch per "Western Union direkt" weltweit Bargeld vom eigenen Girokonto schicken lassen.
Einige zusätzliche Sicherheitstipps
Bei Verlust oder Diebstahl einer Bank- oder Kreditkarte sollte diese sofort gesperrt werden. Die entsprechenden Telefonnummern sollte man sich notieren und getrennt von den Karten aufbewahren. Wurde eine Karte länger nicht eingesetzt, sollte sie vor der Reise überprüft werden. Je nach Bank ist es möglich, dass eine Karte vor einer Reise extra für den Einsatz im Ausland freigeschaltet werden muss, auch dies sollte man überprüfen, um vor unangenehmen Überraschungen geschützt zu sein.
Für Reisende mit besonders großem Sicherheitsbedürfnis gibt es die VISA Card Prepaid. Bei dieser Karte erfolgen Verfügungen nur aus dem Guthaben. Den Verfügungsrahmen legt der Kunde ebenfalls selbst fest. Mit Einverständnis der Eltern können bereits Jugendliche ab 14 Jahren diese Karte nutzen. Bei Minderjährigen ist die Guthaben-Summe auf 500 Euro begrenzt.
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