Finanzen-News 16.09.2010
Geldautomaten
Kartellamt gibt Banken mehr Zeit für Gebührensenkung
Das Kartellamt will vorläufig nichts gegen zu hohe Gebühren am Geldautomaten unternehmen. Man will abwarten, ob die vereinbarten Kompromisse zu mehr Wettbewerb und sinkenden Preisen führen.
Frankfurt/Main (dapd/red) - Das Bundeskartellamt verzichtet im Streit über zu hohe Geldautomaten Gebühren vorläufig auf rechtliche Schritte. "Wir sind gut beraten, zunächst die Umsetzung des Kompromisses und die weitere Entwicklung am Markt abzuwarten", sagte Behördenpräsident Andreas Mundt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dennoch würden Preismissbrauchsverfahren eingeleitet, sollten die Gebühren im kommenden Jahr nicht deutlich sinken.
Kosten sollen am Automaten angezeigt werden
Die im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) zusammengeschlossenen Verbände sperren sich gegen eine generelle Begrenzung der Automatengebühren. Stattdessen haben sie dem Kartellamt angeboten, die Kosten künftig am Automaten anzuzeigen. "Das wird eine gewisse Wirkung haben. Wir haben allerdings große Zweifel, ob das ausreichen wird, um einen Wettbewerb um die Höhe der Gebühren in Gang zu setzen", sagte Mundt.
Hoffnung auf den Wettbewerb
Der ZKA begrüßte das Einlenken des Kartellamtes. Diese "wettbewerbsorientierte Lösung" werde schnell zu sinkenden Preisen führen. Zusätzliche Effekte könne die vom Bundesverband deutscher Banken angekündigte Höchstgebühr von 1,95 Euro für Abhebungen an den Geldautomaten der Privatbanken haben, meinte Mundt. Zumindest in den großen Städten erhofft er sich davon eine Belebung des Wettbewerbs.
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