Finanzen-News 10.05.2011
Umstrittene Garantien
Immobilienkredite: Deutsche Bank in Millionenklage verwickelt
Die US-Immobilientochter MortgageIT der Deutschen Bank sorgt für mächtigen Wirbel und verschafft dem deutschen Bankinstitut womöglich eine Millionenklage. Ausfallgarantien für Hypothekenkredite seien möglicherweise zu Unrecht in Anspruch genommen worden.
Frankfurt/Main (dapd/red) - Die Deutsche Bank sieht wegen ihrer 2007 erworbenen US-Immobilientochter MortgageIT einer Millionenklage in den USA entgegen. Laut Finanzkreisen geht es um möglicherweise zu Unrecht in Anspruch genommene Ausfallgarantien für Hypothekenkredite im Umfang von 386 Millionen Dollar. Die Deutsche Bank wies in einer ersten Stellungnahme alle Vorwürfe zurück.
Deutsche Bank will sich zur Wehr setzen
Die Vorwürfe beziehen sich auf Garantien, welche die Federal Housing Authority für einen Teil der Kredite übernommen hatte. Als die Hypothekenzahlungen während des Niedergangs des US-Immobilienmarktes ausblieben, wurden die Garantien in Anspruch genommen. Dieses Vorgehen steht jetzt in der Kritik. Die Deutsche Bank wies die Anschuldigungen mit Nachdruck zurück. "Nach unserer Einschätzung entbehrt die Klage gegen MortgageIT und die Deutsche Bank jeder Grundlage", sagte Sprecher Ronald Weichert. "Wir werden uns mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen."
Die Übernahme von MortgageIT
Die Deutsche Bank hatte die auf Vergabe, Ankauf und Verbriefung von Immobilienkrediten spezialisierte Firma MortgageIT im Jahr 2007 übernommen, wenige Monate bevor der Markt für Ramschkredite zusammenbrach und den gesamten Immobilienmarkt mitriss. Viel Freude hatte die Deutsche Bank an ihrer Errungenschaft nicht. MortgageIT ging mit dem Zusammenbrechen des US-Immobilienmarktes und der folgenden großen Rezession praktisch unter. Die Immobilientochter wird im Geschäftsbericht der Deutschen Bank zwar noch geführt, soll ihre Tätigkeit jedoch 2008 eingestellt haben.
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