Prozess

Freispruch für Deutsche Bank-Manager: Staatsanwalt geht in Berufung

Gegen die Freisprüche der Top-Manager der Deutschen Bank hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Bis zum Ende des Prozesses hielt die Behörde daran fest, dass Jürgen Fitschen, Josef Ackermann, Rolf Breuer sowie zwei weitere Ex-Banker bei einem vergangenen Verfahren in Absprache Falschaussagen getroffen haben.

Deutsche Bank© Deutsche Bank AG

München - Nach den Freisprüchen für fünf Top-Banker der Deutschen Bank hat die Münchner Staatsanwaltschaft keine Zeit verstreichen lassen und umgehend Revision eingelegt. "Wir warten jetzt auf die schriftliche Urteilsbegründung, um dann zu entscheiden, ob wir die Revision dann weiter verfolgen oder zurücknehmen", erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Dienstag in München.

Freispruch im Fall Kirch

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere Ex-Banker waren am Montag nach einem Jahr Verhandlungsdauer vom Vorwurf des versuchten Betrugs im Fall Kirch freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hielt die Manager aber bis zum Schluss für schuldig und hatte zum Teil sogar Gefängnisstrafen beantragt.

Sie ist davon überzeugt, dass die Männer sich abgesprochen haben, um vor fünf Jahren vor dem Oberlandesgericht München falsch auszusagen. Damit wollten sie aus Sicht der Ankläger die Deutsche Bank vor Schadenersatz-Zahlungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch bewahren. Alle fünf hatten dies zurückgewiesen.

Versöhnliche Worte des Richters an die Staatsanwaltschaft

Während des Prozesses war es immer wieder zu heftigen Wortgefechten gekommen, weil die Verteidiger der Staatsanwaltschaft Prozessverschleppung durch zahlreiche Beweisanträge vorwarfen.

Dadurch dauerte das Verfahren wesentlich länger als ursprünglich geplant. Der Vorsitzende Richter Peter Noll hatte in seinem Urteilsspruch aber versöhnliche Töne in Richtung Staatsanwaltschaft angeschlagen und gesagt, der Prozess sei trotz des Ergebnisses richtig gewesen, um die anfangs schweren Vorwürfe gründlich aufzuklären. Die umfassende Beweisaufnahme habe aber keinen Beweis für die Anklage geliefert.

Fall könnte an den Bundesgerichtshof wandern

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits angekündigt, eine Revision gegen die Entscheidung zu prüfen. Sollte sie die Revision nicht zurückziehen, müsste sich der Bundesgerichtshof mit der Entscheidung des Münchner Landgerichts befassen.

Quelle: DPA

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