Finanzen-News 08.11.2010
Weiterhin 1,00 Prozent
EZB bestätigt niedriges Leitzinsniveau
Die Europäische Zentralbank (EZB) hält erwartungsgemäß weiter am niedrigen Leitzins-Niveau in der Eurozone fest. Am Donnerstag bestätigte die EZB den seit Mai 2009 geltenden Leitzinssatz.
Frankfurt/Main (dapd/red) - Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, bleibe bei 1,00 Prozent, teilte die EZB nach einer Ratssitzung in Frankfurt am Main mit. Seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im September 2008 hatten die Währungshüter den Leitzins in sieben Schritten gesenkt.
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) betrachtet das aktuelle Leitzinsniveau weiterhin als angemessen und sieht mittelfristig einen nur moderaten Inflationsdruck. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte, unter Berücksichtigung aller neuen Informationen und Analysen gehe der Rat weiterhin davon aus, dass die Preisentwicklung über die geldpolitisch relevante mittlere Frist moderat bleiben werde. Auch die monetäre Analyse bestätige, dass der Inflationsdruck mittelfristig begrenzt bleibe. Kurzfristig dürften die Teuerungsraten auf dem aktuellen Niveau bleiben. Für das kommende Jahr rechnet die EZB mit einem leichten Rückgang.
US-Notenbank flutet erneut den Markt
Derweil hat die US-Notenbank ihre Geldpolitik erneut gelockert. Die Fed kündigte am Mittwochabend an, zur Stützung der Konjunktur zusätzliche Staatsanleihen im Wert von 600 Milliarden Dollar (rund 430 Milliarden Euro) zu kaufen. Bis Mitte 2011 sollen monatlich Staatsanleihen im Wert von rund 75 Milliarden Dollar von den privaten Banken erworben werden. Damit sollen die Zinsen auf Hypotheken und andere Schulden weiter gedrückt und Konsumanreize geschaffen werden.
Im geldpolitischen Statement des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC) hieß es, Produktion und Beschäftigung stiegen nur langsam. Der Konsum der privaten Haushalte nehme ebenfalls nur schwach zu, was an der hohen Arbeitslosigkeit, dem niedrigen Einkommenswachstum, den gesunkenen Immobilienvermögen und der rigiden Kreditvergabe liege. Ferner seien die Infrastrukturinvestitionen schwach und die Unternehmen zögerlich mit Einstellungen.
Kritiker äußerten jedoch zweifel an der Wirksamkeit des Ansatzes, da die Zinsen ohnehin schon auf einem historischen Tiefstand seien. Zugleich verwiesen sie auf Inflationsgefahren. Weiter merkten Skeptiker an, dass ein Großteil der Liquidität in Rohstoffmärkte und in die Schwellenländer fließen dürfte, wobei der Dollar als billige Währung für Zinsdifferenzgeschäfte genutzt werde. Dadurch steige die Gefahr neuer Vermögensblasen und Ungleichgewichte an den Finanzmärkten.
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