Finanzen-News 04.03.2011
EZB
Europäische Zentralbank soll Leitzins erhöhen
Chefvolkswirt der Commerzbank Jörg Krämer versucht die Europäische Zentralbank zu überzeugen, den Leitzins zu erhöhen. Seiner Meinung nach sei der Leitzins von einem Prozent nicht mehr gerechtfertigt.
Bremen (dapd) - "Der Wirtschaft im Euro-Raum geht es nicht mehr so schlecht, dass ein derart niedriger Leitzins von einem Prozent gerechtfertigt wäre", sagte Jörg Krämer dem "Weser-Kurier". Hinzu komme, dass der niedrige Leitzins mitverantwortlich dafür sei, dass der Ölpreis schon lange zu stark steige. "Der Anstieg sollte für die EZB ein deutliches Warnsignal sein", sagte er.
Ein Leitzins von einem Prozent sei für Deutschland viel zu niedrig, die Geldpolitik für Deutschland viel zu locker. "Bisher haben wir vor allem vom starken Wachstum in den Schwellenländern und von unserer hohen Wettbewerbsfähigkeit profitiert. Aber die niedrigen Leitzinsen werden als zusätzlicher Wachstumstreiber immer wichtiger, sie fachen das Wachstum zunehmend an", sagt der Chefvolkswirt.
Ölkrise könnte Deutschland stark schaden
Komme es nicht zu einer Ölkrise, stünden mehrere Jahre mit einem starken Wachstum bevor. Krämer warnt vor der Gefahr neuer Blasen und sieht die Zentralbank in der Verantwortung: "Erhöht die EZB ihre Leitzinsen wegen der Sorgen um die Peripherieländer zu zögerlich, besteht das Risiko, dass die Konjunktur in Deutschland in ein paar Jahren überhitzt und die Inflation deutlich anzieht."
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