Finanzen-News 27.09.2010
Über 500.000 Euro
Empörung über hohe Gehälter für Banker
Etwa 200 Bankangestellte von Banken, denen der Staat in der Krise half, beziehen Jahresgehälter von mehr als einer halben Million. Jetzt hagelt es Kritik von allen Seiten.
Frankfurt/Main (dapd/red) - Zweistellige Millionengehälter wie vor der Krise seien zwar selten, aber etwa 200 Banker aus Kreditinstituten mit Staatshilfe kommen nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" wieder auf ein Jahresgehalt von mehr als eine halbe Million Euro. Für die Vorstandsmitglieder von Banken, die in der Krise Staatsgeld angenommen haben, hatte der staatliche Rettungsfonds Soffin die Gehälter verbindlich auf 500.000 Euro im Jahr gedeckelt.
Keine Gehaltsdeckelung für zweite Führungsebene
Für Mitglieder der zweiten Führungsebene hatte Soffin jedoch keine verbindlichen Vorgaben gemacht. In der Commerzbank, an der sich der deutsche Staat mit 18,2 Milliarden Euro beteiligt hat, sollen nach Informationen der Zeitung bis zu 50 Banker mehr verdienen als Vorstandschef Martin Blessing. Dessen Gehalt lag laut Geschäftsbericht bei 500.000 Euro, zuzüglich Altersvorsorge und Aufwendungen für Dienstwagen.
Kritik von Gewerkschaften und Regierung
"Es ist nicht zu verstehen und inakzeptabel, dass 500.000 Euro Gehalt nicht für ein gutes Leben ausreichen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel der "Frankfurter Rundschau". "Wenn sich die Bankenmanager solche Zahlungen genehmigen und im Gegenzug der Hartz-IV-Regelsatz um nur fünf Euro erhöht wird, dann fördert das die Demokratieverdrossenheit", so Ralf Stegner, SPD-Chef von Schleswig-Holstein.
Auch die Regierung will nicht tatenlos zusehen, wie mit Steuergeldern gerettete Banken ihre Manager mit üppigen Gehältern versorgen. Das Bundesfinanzministerium sieht allerdings derzeit keine rechtliche Möglichkeit, die beanstandeten Gehälter zu deckeln.
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