Finanzen-News 07.06.2010
Immobilienkrise
Deutsche Bank lehnt Verantwortung für Zwangsversteigerungen ab
Die Deutsche Bank verwaltet in den USA fast eine Million Immobilien. Jetzt wurden viele zwangsversteigert, weil Hausbesitzer die Zinsen nicht mehr zahlen konnten.
Hamburg (ddp/red) - Die Deutsche Bank ist offenbar tiefer in die Immobilienkrise verstrickt als bisher bekannt. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab berichtete, verwaltet die Bank als Treuhänder für Investoren aktuell in den USA knapp eine Million Immobilien. Diese Zahl habe die Bank dem Magazin bestätigt. Dem Bericht zufolge hält die Deutsche Bank zurzeit Kredite für amerikanische Ein- und Mehrfamilienhäuser über rund 3,7 Milliarden Dollar.
Tausende von Immobilien zwangsversteigert
Weil viele Hausbesitzer ihre Zinsen nicht mehr zahlen können, sorgte das Kreditinstitut dem Bericht zufolge dafür, dass Tausende von Immobilien zwangsversteigert wurden. Zudem habe die Bank mehr als 25 hochkomplexe Immobilien-Wertpapiere konstruiert, sogenannte CDOs, mit einem Wert von rund 16,6 Milliarden Euro. Diese seien in der Finanzkrise größtenteils zusammengebrochen. In zahlreichen Städten in den USA gebe es Klagen gegen die Deutsche Bank und Proteste von Bürgerrechtlern.
Deutsche Bank lehnt Verantwortung ab
Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte am Samstag: "Wir sind nicht wirtschaftlicher Eigentümer dieser Kredite, sondern lediglich rechtlicher Vertreter der Anleger." Als Treuhänder sei die Bank nicht zuständig für das Eintreiben der Kredite. Sie veranlasse auch keine Zwangsversteigerungen.
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