Finanzen-News 28.07.2010

Durchwachsenes Quartal

Deutsche Bank blickt vorsichtiger in die Zukunft

Die Deutsche Bank blickt nach einem durchwachsenen Quartal mit deutlichen Einbußen im Investmentbanking jetzt vorsichtiger nach vorn. Eine um mehr als 70 Prozent geschrumpfte Risikovorsorge verhalf der Bank von April bis Juni dennoch zu einem Vorsteuergewinn von 1,5 Milliarden Euro, wie das Institut mitteilte.

Frankfurt/Main (ddp.djn/red) - Im Vorjahreszeitraum waren es 1,3 Milliarden gewesen. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit 1,6 Milliarden Euro gerechnet. Nach Steuern blieben 1,2 Milliarden Euro übrig, nach 1,1 Milliarden im Vorjahr. Beim Investmentbanking, dem wichtigsten Geschäftsfeld der Bank, machte sich die anhaltende Finanzkrise bemerkbar. Am deutlichsten zeigt sich das beim Handelsergebnis, das auf 110 Millionen Euro einbrach. Im Vorjahr hatte die Bank hier noch 2,6 Milliarden Euro verdient.

Bei ihrem Ziel, 2011 einen Vorsteuergewinn von zehn Milliarden Euro zu erzielen, war die Bank zudem von einer Normalisierung der Kapitalmärkte ausgegangen. Dies sei aber nur teilweise eingetreten, heißt es im Zwischenbericht.

Eine Belastung der Erträge befürchtet die im DAX notierte Bank zudem durch Regularien. Vorschriften wie zu außerbörslich gehandelten Derivaten könnten die "Erträge und Kapitalanforderungen negativ beeinflussen", warnte die Bank. Zudem will sie prüfen, inwieweit aus Bankenabgaben ein zusätzlicher Kapitalbedarf erforderlich werden könnte.

Keine Prognose für laufendes Jahr

Eine Prognose für das laufende Jahr will Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann immer noch nicht wagen, obwohl mehr als die Hälfte des Jahres um ist. Die bereits kommunizierten Prognosen für 2011 bekräftigte die Bank: Vor Steuern will sie demnach weiterhin zehn Milliarden Euro verdienen.

In den als wirtschaftlich unsicher geltenden Ländern der Europäischen Union hat die Deutsche Bank ein überschaubares Risiko. In Portugal, Irland, Griechenland und Spanien habe sie - nach Absicherung - Positionen im Volumen von rund zwei Milliarden Euro, wie Finanzvorstand Stefan Krause während einer Telefonkonferenz für Analysten sagte. In Italien - ein Land, das bislang lediglich als gefährdet gilt - hätten die Positionen unter dem Strich einen Umfang von 8,1 Milliarden Euro.

Die Bank war mit fünf weiteren Banken wegen mangelhafter Transparenz in die Kritik geraten. Sie hatte zwar bereits zuvor Angaben zu den Engagements in kritischen EU-Ländern veröffentlicht; allerdings war am Wochenende Kritik laut geworden, warum die Bank nicht auch am vergangenen Freitag bei Bekanntgabe der Stresstestergebnisse die vollständigen Formulare der europäischen Aufsichtsbehörde CEBS veröffentlicht hatte.

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