Finanzen-News 06.08.2010
Bilanz
Commerzbank profitiert von wirtschaftlicher Erholung
Die Commerzbank hat im zweiten Quartal von der gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung profitiert. Zwar hätten die Schwankungen an den Kapitalmärkten das Handelsergebnis belastet, zugleich sei aber die Risikovorsorge reduziert worden, teilte die zweitgrößte deutsche Bank am Donnerstag mit. Ferner profitierte die Bank von einem positiven Steuereffekt.
Frankfurt/Main (ddp/red) - Angesichts der Entwicklung rechnet die Bank nun damit, in einem stabilen Marktumfeld bereits in diesem Jahr wieder einen Gewinn zu erzielen. Bislang sollte dieses Ziel "spätestens 2011" wieder erreicht werden. Das Institut war in der weltweiten Finanzkrise in schwere Turbulenzen geraten, der Staat stützte die Bank daraufhin mit 18,2 Milliarden Euro und ist seither mit einem Viertel an dem Unternehmen beteiligt.
Weiter hieß es, dass die Risikovorsorge auf 639 Millionen Euro gesunken sei, nachdem im Vorjahr dafür noch 993 Millionen Euro erforderlich waren. Vor Steuern verdiente die Frankfurter Bank 210 Millionen Euro, während 2009 noch eine halbe Milliarde Euro Verlust zu Buche geschlagen hatte. Unter dem Strich fiel der Nettogewinn zwischen April und Ende Juni dank des Steuereffekts mit 352 Millionen Euro nahezu drei Mal so hoch aus wie von Analysten erwartet. Im Vorjahr war noch ein Minus von 761 Millionen Euro verzeichnet worden.
Ertragsbringer war den Angaben zufolge das Mittelstandsgeschäft. Profitiert hat die Bank dabei vor allem von der konjunkturellen Erholung, die Kreditausfälle bei mittelständischen Unternehmen unwahrscheinlicher macht. Dagegen haben im Investmentbanking die fragilen Kapitalmärkte ihre Spuren hinterlassen.
"Deutschland ist die Konjunkturlokomotive Europas, das spüren auch unsere Kunden. In den ersten beiden Quartalen des Jahres sind wir so insgesamt gut gefahren", sagte Vorstandsvorsitzender Martin Blessing. "Aber es kommen noch schwierige Bergstrecken, und wir sind nach wie vor ein gutes Stück von der Normalität entfernt." Gemäß der "Roadmap 2012" sollen daher die Risiken weiter reduziert werden. "Das kostet Ergebnis, aber Stabilität ist für uns wichtiger als kurzfristige Ertragsmaximierung", sagte Blessing.
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