Finanzen-News 23.11.2011
Kursverfall
Commerzbank-Aktie stürzt um zehn Prozent ab
Nach einem Bericht über Kapitalbedarf in Milliardenhöhe hat die Aktie der Commerzbank am Dienstag massiv an Wert verloren. Bis zum Nachmittag stürzte das DAX-Papier um zehn Prozent auf 1,22 Euro ab.
Frankfurt/Main (dapd/red) - Unbestätigten Medienberichten zufolge löste ein unerwartet hoher Kapitalbedarf den Kursverfall aus. Bislang hatte die Commerzbank angegeben, dass ihr 2,94 Milliarden Euro fehlen, um die von der Europäischen Bankenaufsicht geforderte harte Kernkapitalquote von neun Prozent zu erfüllen. Diese Lücke soll inzwischen jedoch auf rund fünf Milliarden Euro angewachsen sein. Die Kernkapitalquote gibt an, wie viel Prozent der ausgereichten Kredite durch Eigenkapital gedeckt sind.
Ein Sprecher der Commerzbank wollte die Berichte weder bestätigen noch dementieren. Bei der Bank hieß es auf dapd-Anfrage lediglich "kein Kommentar".
Abschreibungen führten zu Betriebsverlust
Im dritten Quartal hatte die Commerzbank einen Betriebsverlust von 855 Millionen Euro eingefahren. Schuld waren dabei vor allem Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von rund 800 Millionen Euro. Die Konzernleitung hatte daraufhin eine Verschlankung der Bank angekündigt.
Seit Juni 2009 ist der deutsche Staat über den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Commerzbank beteiligt. Das Institut war wegen der Übernahme der Dresdner Bank in der globalen Finanzkrise nach der Lehman-Pleite ins Trudeln geraten und konnte nur Hilfe des Bundes überleben.
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