Finanzen-News 05.08.2011
Jahrestief
Börsen rauschen in den Keller und DAX stürzt ab (Upd.)
An den Börsen greift die Sorge vor einer erneuten Rezession in Europa und den USA um sich. Der deutsche Aktienmarkt hat seinen Abwärtstrend am Freitagmorgen, und damit am achten Handelstag in Folge, fortgesetzt. Auch die US-Börsen rauschten in den Keller.
Frankfurt/Main (dapd) - Vor dem Hintergrund der sich weltweit verschlechternden Konjunkturaussichten sowie der Schuldenkrisen in der Eurozone und in den USA verlor der DAX zum Handelsstart rund vier Prozent auf 6.153 Punkte und fiel damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Oktober 2010. Gegen 9.30 Uhr betrug das Minus noch 2,6 Prozent. Der MDAX mit den mittleren Werten verlor 4,0 Prozent auf 8.863 Punkte, und der TecDAX fiel um 5,5 Prozent auf 685 Punkte.
Update:Nach den panikartigen Verkäufen am Morgen hat der deutsche Aktienmarkt seine Kursverluste bis Freitagmittag in etwa halbiert. Der DAX verlor bis 13.00 Uhr 2,1 Prozent auf 6.275 Punkte.
Trichet löst Talfahrt aus
Auslöser für die Verkaufswelle waren Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet. Er hatte die Unsicherheit für die Konjunktur als "ungewöhnlich hoch" bezeichnet und zugleich wegen der anhaltend hohen Inflation weitere Leitzinserhöhungen angedeutet. Das aber wird am Markt als Gift für die Konjunktur bewertet.
Den bisherigen Tiefstand von 6.483 Punkten hatte der DAX nach der Atomkatastrophe von Fukushima im März erreicht. Am Donnerstag startete das Börsenbarometer zunächst freundlich, mit den Äußerungen Trichets auf der Pressekonferenz nach dem EZB-Zinsbeschluss kannte der DAX aber kein Halten mehr. Die 30 Werte brachen auf breiter Front ein.
Einzelheiten
Der deutsche Leitindex beendete den Handel mit 6.415 Punkten, ein Minus von 3,4 Prozent. Der MDAX verlor 5,1 Prozent auf 9.225 Zähler, der TecDAX 5,0 Prozent auf 724 Punkte.
An der Wall Street sah es nicht besser aus: Der Dow-Jones-Index verlor bis 18.00 Uhr MESZ 2,7 Prozent auf 11.577 Punkte. Der Nasdaq-Composite büßte 3,2 Prozent auf 2.607 Zähler ein. Zuletzt hatten vor allem der US-Schuldenstreit und schwache Konjunkturdaten der größten Volkswirtschaft der Welt die Märkte belastet.
Der Euro geriet ebenfalls unter Druck und fiel unter 1,42 Dollar. Die EZB legte den Referenzkurs bei 1,4229 Dollar fest.
Mit den eintrübenden Konjunkturaussichten flüchteten die Anleger ins Gold: Der Goldpreis stieg einmal mehr auf ein Allzeithoch bei 1.681,90 Dollar je Feinunze (etwa 31 Gramm).
Alle 30 DAX-Werte im Minus
Im DAX beendeten alle 30 Werte den Tag im Minus. Am heftigsten kamen Infineon, BMW, Commerzbank und ThyssenKrupp unter die Räder, die jeweils über 6,0 Prozent verloren. Halbwegs halten konnten sich Beiersdorf und Adidas nach Vorlage von Zwischenberichten, bei beiden Werten lagen die Kursverluste unter 1,0 Prozent. Im MDAX verbuchten Sky, Rational, Leoni, Heideldruck und IVG zweistellige Kursverluste.
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