Finanzen-News 12.07.2010
Verantwortungsvolle Kundenberatung
Bessere Beratung bei Finanzen gefordert
Die niedersächsische Verbraucherzentrale und die Gewerkschaft ver.di haben verantwortungsvollere Kundenberatungen bei Finanzprodukten gefordert.
Hannover (ddp-nrd/red) - Bankberater stünden oft durch die Produktvorgaben der Geschäftsführung unter Druck, Finanzprodukte zu verkaufen, die den Kundenbedürfnissen nicht entsprechen, sagte der ver.di-Fachbereichsleiter für Finanzdienstleistungen, Christoph Meister, am Freitag in Hannover. Der provisionsgeleitete Verkauf müsse daher einer verbraucherorientierten Beratung weichen.
Über den Arbeits- und Gesundheitsschutz, der durch den neuen Tarifvertrag Anfang Juni verbessert worden sei, wolle ver.di die Führungskräfte in Banken künftig dazu anhalten, den Verkaufsdruck auf die bundesweit 240.000 Bankangestellten zu verringern.
"Die Finanzkrise scheint bei den Banken bereits in Vergessenheit geraten zu sein", sagte der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen, Andreas Gernt. Die Banken müssten endlich aufhören, den höchstmöglichen Renditen nachzujagen und sich auf den Schutz ihrer Kunden konzentrieren.
Gernt kritisierte weiter, dass die Kunden nach Beratungsgesprächen von den Bankberatern angehalten würden, das Gesprächsprotokoll zu unterschreiben. "Die Banken lassen sich vom Kunden damit quasi eine Haftungsbefreiung ausstellen. Kunden sollten das Beratungsprotokoll niemals unterschreiben, der Gesetzgeber hat allein den Bankberater zu einer Unterschrift verpflichtet", sagte Gernt.
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