Finanzen-News 13.09.2010

Entscheidung

Basel III: Strengere Vorschriften beschlossen

Internationale Bankenaufseher haben sich am Sonntag auf die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken geeinigt. Banken müssen jetzt mehr Kapital besitzen, um für kommende Krisen besser gerüstet zu sein.

Frankfurt/Main (dapd/red) - Weltweit sollen Banken künftig mehr Eigenkapital als bisher bereithalten. Die als Basel III bekannte Einigung wurde am Sonntag bei einem Treffen internationaler Bankenaufseher in der Schweiz erzielt. Die Vereinbarung ist ein Eckpfeiler der angestrebten internationalen Finanzreformen. Anlass war die Kreditverknappung und der anschließende Wirtschaftsabschwung aufgrund von riskanten Bankpraktiken.

Übergangsfristen sollen helfen, die Vorgaben zu erfüllen

Die Kernkapitalquote soll bis 2015 auf sechs Prozent erhöht werden. Der harte Kern soll von 2,5 auf vier Prozent steigen. Ein weiterer Kapitalpuffer von 2,5 Prozent soll zusätzlich eingeführt werden, um mehr Schutz bei einer erneuten Finanzkrise zu bieten. Die neuen Regeln sollen verhindern, dass der Staat wieder mit Milliarden in die Bresche springen muss, um angeschlagene Institute zu retten.Übergangsfristen zwischen fünf und zehn Jahren sollen es den Banken erleichtern, die neuen Vorgaben zu erfüllen.

Bundesbank-Präsident erleichtert über Beschlüsse

Auch die Besonderheiten der deutschen Finanzinstitute, die keine Aktiengesellschaften sind, seien dabei angemessen berücksichtigt worden, sagte Axel Weber, der Präsident der Deutschen Bundesbank. "Ich bin froh, dass es gelungen ist, heute zu einem international konsistenten und anspruchsvollen Rahmenwerk für die neuen Mindestkapitalanforderungen der Banken zu kommen." Um in Kraft zu treten, muss die Vereinbarung noch von den jeweiligen Regierungen unterzeichnet werden. Verabschiedet werden soll das Regelwerk dann im November in Korea.

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