Finanzen-News 14.09.2010

Bis zu 17 Prozent

Banken verdienen kräftig am Zins für Dispokredite

Banken kassieren beim Dispozins kräftig ab. Laut einer Umfrage von Stiftung Warentest verlangen vor allem kleine Institute überhöhte Zinsen. Hier ermittelte die Organisation Spitzen-Zinssätze von knapp 17 Prozent.

Saarbrücken/Berlin (dapd/red) - Stiftung Warentest befragte knapp 1000 Finanzinstitute. Besonders viel verlangen die Targobank und die Santander Consumer Bank mit fast 17 Prozent Überziehungszinsen, wenn der Kunde mit mehr als 1000 Euro verschuldet ist. Die niedrigsten Zinsen gab es im Test bei der Skatbank mit sechs und der DAB Bank mit knapp sieben Prozent. Die genauen Ergebnisse sind in der Zeitschrift Finanztest nachzulesen.

Banken selbst zahlen nur ein Prozent

Stiftung Warentest ist der Ansicht, die hohen Dispozinsen seien kaum zu rechtfertigen. Angesichts des aktuellen Leitzinses von einem Prozent, den Banken ihrerseits bei der Europäischen Zentralbank zahlen müssen, sollten auch die Zinsen für den Dispokredit gesenkt werden. Die Verbraucherschützer raten Kunden, bei zu hohen Zinsen die Bank zu wechseln.

Hohe Überziehungszinsen nicht zu rechtfertigen

Auch die Bundestagsfraktion der Grünen hatte eine Stichprobe bei 34 Banken gemacht, wie die Saarbrücker Zeitung letzte Woche vorab berichtete. Hier lag der höchste Zins im Test bei 14 Prozent. Überzieht man das Konto über den Disporahmen hinaus, werden teilweise über 19 Prozent verlangt. Auch für Grünen-Verbraucherexpertin Nicole Maisch ist dieser Wert viel zu hoch. Sie hält angesichts des Leitzinses maximal sechs Prozent für angemessen.

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