Finanzen-News 23.08.2010
Große Nachfrage
450.000 Bürger haben kostenlos Schufa-Daten abgefragt
Zehntausende Bundesbürger wollen wissen, was über ihre Kreditwürdigkeit in ihrer Schufa-Akte steht. Seitdem eine kostenlose Abfrage der Schufa-Daten möglich ist, seien bereits 450.000 Anfragen gestellt worden, wie Schufa-Vorstand Dieter Steinbauer der Tageszeitung "Die Welt" sagte.
Berlin (ddp.djn/red) - Seit 1. April hat jeder Verbraucher das Recht, einmal im Jahr eine kostenlose Aufstellung seiner gespeicherten Daten zu bekommen. Der Ansturm der Konsumenten sei "größer als wir erwartet hatten", sagte Steinbauer. Er liege um "30 bis 40 Prozent" über den Werten aus der Zeit, als die Schufa Auskunft noch kostenpflichtig war.
Jeder dritte hat Einwände gegen Schufa-Daten
Von den 4000 Verbrauchern, die nach der kostenlosen Selbstauskunft täglich bei der Schufa anriefen, habe etwa ein Drittel "berechtigte Korrekturwünsche. Dabei geht es etwa um Konten oder Kreditkarten, die nicht mehr existieren. Diese Einträge löschen wir dann umgehend", sagte Steinbauer. Die Schufa allerdings müsse für den neuen Service "einen zweistelligen Millionen-Betrag" aufwenden.
Schufa: Deutsche machen nicht gerne Schulden
Das Verhältnis der Deutschen zum Schuldenmachen habe sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert. Untersuchungen der Schufa zufolge fühlen sich 70 Prozent der Deutschen unwohl beim Gefühl, Schulden zu haben und das auch, wenn sie nur den Dispokredit von ihrem Girokonto ausnutzen. "Von den 18- bis 24-Jährigen müssen gerade vier Prozent eine eidesstattliche Versicherung abgeben. Und für viele ist das so unangenehm, dass sie anschließend vom Schuldenmachen geheilt sind", sagte Steinbauer. Nach Untersuchungen von Schufa und Universität Chemnitz hätten "500.000 bis 700.000 Haushalte in Deutschland ein echtes Überschuldungsproblem".
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