KFZ-Versicherungen im Vergleich

Wechselkennzeichen – ein Kennzeichen für zwei Fahrzeuge

Bei Wechselkennzeichen handelt es sich um spezielle Kennzeichen für Kraftfahrzeuge. Im Unterschied zu herkömmlichen Kennzeichen können Wechselkennzeichen nicht nur für ein einzelnes zulassungspflichtiges Kraftfahrzeug, sondern für zwei solcher Fahrzeuge verwendet werden.

Nummernschilder© marog-pixcells / Fotolia.com

In Deutschland sind Wechselkennzeichen zweiteilig und bestehen aus dem aufsteckbaren Hauptelement sowie einem fahrzeugbezogenen Teil. Allerdings ist immer nur das Fahrzeug für den ordnungsgemäßen Betrieb im Straßenverkehr zugelassen, das gerade mit dem Wechselkennzeichen ausgestattet ist.

Welche Kraftfahrzeuge dürfen mit Wechselkennzeichen genutzt werden?

Wechselkennzeichen dürfen in Deutschland für die Fahrzeugklassen M1, L und O1 verwendet werden. Die Fahrzeugklasse M1 umfasst Kraftfahrzeuge zur Personenförderung, die – außer dem Fahrersitz – über höchstens acht Sitzplätze verfügen. In der Klasse L sind herkömmliche Krafträder, aber auch vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge sowie vierrädrige Kraftfahrzeuge bis zu einem Leergewicht von 550 Kilogramm zusammengefasst. Die Klasse O1 besteht aus Anhängern mit einem Gesamtgewicht von maximal 750 Kilogramm. Wichtig ist, dass sich ein Wechselkennzeichen nur für zwei Fahrzeuge nutzen lässt, die der identischen Fahrzeugklasse angehören. So ist es etwa möglich, ein Wechselkennzeichen für einen Pkw und ein Wohnmobil zu verwenden, nicht aber für einen Pkw und ein Motorrad.

Seit wann gibt es Wechselkennzeichen?

Wechselkennzeichen im engeren Sinne dürfen in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 genutzt werden. Möglich machte dieses eine Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung. Allerdings konnten zuvor die sogenannten "Roten Kennzeichen" unter bestimmten Voraussetzungen als eine Art Wechselkennzeichen verwendet werden. Diese Kennzeichen sind durch eine rote Schrift vor weißem Hintergrund gekennzeichnet und werden in Deutschland bereits seit mehreren Jahrzehnten ausgegeben.

Was gibt es versicherungsrechtlich zu beachten?

Der Fahrzeughalter muss die Fahrzeuge, für die er ein Wechselkennzeichen nutzen möchte, beide versichern. Allerdings offerieren zahlreiche Versicherungsunternehmen Rabatte, wenn Kunden sich für ein Wechselkennzeichen entscheiden. Auch wenn nur das mit dem Wechselkennzeichen ausgestattete Fahrzeug im Straßenverkehr betrieben werden darf, ist auch das andere versichert - etwa bei Sturmschäden.

Was gibt es bei Wechselkennzeichen steuerrechtlich zu beachten?

In Deutschland können Fahrzeughalter, die für zwei Fahrzeuge ein Wechselkennzeichen nutzen, keine Steuern sparen. Die Kraftfahrzeugsteuer fällt nämlich für beide Kraftfahrzeuge in gewohnter Höhe an. In anderen Staaten – etwa in Österreich oder der Schweiz – müssen Fahrzeughalter hingegen nur geringere Steuern bezahlen, wenn sie Wechselkennzeichen verwenden.