KFZ-Versicherungen im Vergleich

Bagatellschaden: Was fällt darunter?

Bei kleinen Dellen im Blech oder Kratzern im Lack eines Fahrzeugs spricht man von einem Bagatellschaden. Auch bei dieser Art von Schaden ist natürlich das richtige Verhalten gefragt. Was also ist bei einem Bagatellschaden zu tun?

Kratzer Auto© mikemobil2014 / Fotolia.com

Die vorhandenen Schäden sind so klein, dass sie den Marktwert des beschädigten Fahrzeugs nicht deutlich senken und ihre Regulierung das Vermögen des Geschädigten nicht nachhaltig mindert. Die sogenannte Bagatellgrenze setzt fest, bis zu welcher Schadenssumme es sich um einen Bagatellschaden handelt. Im Moment liegt diese Grenze bei 700 Euro, wobei diese Summe immer wieder Gegenstand von Diskussionen ist.

So verhält man sich bei einem Bagatellschaden

Hat man einen Bagatellschaden an einem anderen Fahrzeug verursacht, kommt es auf das richtige Verhalten an. Sollte der Eigentümer des beschädigten Fahrzeugs nicht vor Ort sein, ist grundsätzlich eine Wartezeit von 20 bis 60 Minuten einzuhalten. Trifft der Geschädigte innerhalb dieses Zeitraums am Unfallort ein, sollten beide Parteien einen Unfallbericht ausfüllen sowie ihre Kontaktdaten und Versicherungsscheine austauschen. Falls möglich, empfiehlt es sich auch, Fotos der beteiligten Fahrzeuge sowie der an diesen entstandenen Schäden zu machen und Namen sowie Adressdaten eventuell vorhandener Unfallzeugen aufzunehmen.

Taucht der Fahrzeugeigentümer auch nach Ablauf der vorgegebenen Frist nicht auf, muss der Unfallverursacher seinen Namen sowie seine Kontaktdaten am Unfallort hinterlegen, bevor er den Schaden auf der nächsten Polizeidienststelle meldet. Sollt er dies nicht tun, käme dies einer Verkehrsunfallflucht gleich. Achtung: Bei einem Bagatellschaden kommt es vor Ort zu keiner Unfallaufnahme von Amts wegen. Die Unfallbeteiligten können zwar auf diese bestehen, müssen in diesem Fall jedoch die Kosten dafür selbst tragen.

So funktioniert die Regulierung eines Bagatellschadens

Wie üblich gilt auch im Falle eines Bagatellschadens: Schäden am eigenen Fahrzeug übernimmt die Kaskoversicherung, Schäden an einem anderen Fahrzeug übernimmt die Haftpflicht. In Hinsicht auf die Schäden am Fahrzeug des Unfallverursachers sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass zahlreiche Kaskoversicherungen einen Selbstbehalt einfordern. Gerade bei Bagatellschäden kann es sein, dass sich eine Übernahme durch die Kaskoversicherung aufgrund der Höhe des Selbstbehaltes nicht rentiert.

Da für die Beurteilung von Bagatellschäden in der Regel keine Sachverständigen hinzugezogen werden, übernehmen die Versicherungen die Kosten für diese nicht, sollten die Unfallbeteiligten dennoch ein Gutachten wünschen. Als Ausnahme gilt jedoch der begründete Verdacht auf versteckte und äußerlich nicht erkennbare Schäden am Fahrzeug, deren Behebung über die Bagatellgrenze hinaus gehen würde.